Rede mit

Fünf Minuten mit Dr. Renxi Qiu

Roboter in Aktion Roboter in Aktion

Dr. Renxi Qiu ist Robotikexperte an der Universität von Bedfordshire in Großbritannien und leitete das SRS-Projekt (Shadow Robotic System), in dessen Rahmen ein Serviceroboter entwickelt wurde, der ältere Menschen im Alltag in ihrem eigenen Zuhause unterstützt. Der Roboter kann Anweisungen ausführen, aber auch aus der Ferne durch Pfleger oder Familienmitglieder gesteuert werden, falls erforderlich.

Was weckte Ihr Interesse an der Idee, Roboter zur Hilfe von Senioren einzusetzen?

Ich komme ursprünglich aus der Steuerungstechnik und Software-Entwicklung. Ich arbeite in Großbritannien, aber meine Eltern leben noch in China. Ich konnte mit ihnen eine Stunde lang telefonieren, aber ein paar Probleme, die sie zu Hause hatten, trotzdem nicht lösen. Ich musste also warten, bis ich zu ihnen kommen konnte, um diese Probleme für sie zu lösen, und dachte mir, es wäre gut, ein Gerät zu haben, mit dem ich ihnen auch während meiner Abwesenheit helfen könnte. Durch die Entwicklung eines solchen Robotersystems kann ich Menschen unterstützen, die nicht in unmittelbarer Nähe ihrer Eltern leben können. Mithilfe dieser Technologie können sie deren Alltag jedoch vereinfachen und verbessern.

Macht es einen Unterschied, wie ein Haushaltshilfe-Roboter aussieht?

Wir haben den Care-O-bot mit SRS-Software in verschiedenen Ländern getestet und unterschiedliche Reaktionen erhalten. Die meisten wünschten sich, dass der Roboter etwas kleiner als der zu betreuende Mensch sein sollte, also etwa die Größe eines Kindes haben sollte. Unser Roboter hatte die Größe eines Erwachsenen. Die meisten waren froh darüber, dass der Roboter nicht wie ein Mensch aussah.

Haben sich die Personen damit wohlgefühlt, einen Roboter als Helfer im Haus zu haben?

Wir hatten in dieser Beziehung Probleme erwartet, wie etwa Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre oder dass Personen dieser Technologie gegenüber kritisch eingestellt sein könnten. Aber das hat sich in unseren Tests nie bewahrheitet. Die Menschen sind neugierig zu sehen, was möglich ist und wie ihnen dies in ihrem Leben helfen kann. Die älteren Menschen haben positiv reagiert.  Sie haben den Roboter als nützliches Gadget angesehen. 

Könnte der Roboter ältere Menschen mit Demenz pflegen?

Wir haben unseren neuesten Roboter nicht mit Gedächtnisunterstützungs-Training zur Hilfe von Personen mit Demenz ausgestattet. Wir denken jedoch, dass das in späteren Versionen durchaus möglich wäre.  Der Roboter könnte Menschen nicht nur kognitive Unterstützung und Informationen liefern, sondern ihnen auch helfen, wenn sie zunehmend ihr Selbstvertrauen verlieren. Wenn ältere Erwachsene sich nicht selbst um ihr Haustier kümmern oder den Fernsehkanal wechseln können, verlieren sie häufig ihr Selbstvertrauen. Unser Roboter könnte sie bei bestimmten Aufgaben unterstützen und ihnen so zu einem positiveren Bild von sich selbst verhelfen. Er könnte ihnen auch im sozialen Umgang helfen, zum Beispiel durch die physische Unterstützung und Hilfe beim Gehen, wenn sie müde sind. 

Wann können wir damit rechnen, dass uns Scharen dieser Roboter helfen?

Der Roboter ist derzeit noch zu teuer. Unser wichtigstes Ziel ist daher, die Kosten zu senken. Wir werden in den kommenden 5 bis 10 Jahren neue Technologien einsetzen, um dies zu erreichen, sodass sie möglicherweise in 20 Jahren erschwinglich sein werden. Dies könnte jedoch auch sehr viel schneller gehen, wenn wir mehr Unterstützung von den Regierungen erhalten würden. Möglicherweise werden wir in 10 Jahren Versuchsgeräte in den Häusern vieler Menschen sehen.

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