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Ich, Robocare – Roboter als Haushaltshilfen

Roboter in einer Wohnung in Stuttgart Roboter in einer Wohnung in Stuttgart

„Shadow“ kam in seinem neuen Zuhause in Stuttgart mit einer klaren Mission an: zwei Senioren von über 80 Jahren zu helfen. Ältere Menschen möchten gewöhnlich so lange wie möglich zu Hause leben, und das Shadow Robotic System oder kurz SRS kann sie dabei unterstützen.

Die Wohnung in Stuttgart war für diesen Pflegeroboter völlig neu und schwieriger als die Testsituationen, die er zuvor im Labor bestanden hatte. Aber der Care-O-bot lernte im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts schnell, die beiden Senioren zu unterstützen. Ihr elektronischer Butler konnte sie daran erinnern, ihre Medikamente einzunehmen, und ihnen Getränke holen. Es stellte aber auch eine Verbindung zu Pflegern oder Verwandten bereit.

Die Fähigkeiten hierfür besitzt der Roboter aufgrund einer besonderen Fähigkeit. Er kann Befehle ausführen, die ihm per Fernsteuerung übermittelt werden. Die Idee dahinter ist, dass erwachsene Kinder oder Pfleger die Senioren mithilfe dieses Robotersystems aus der Ferne unterstützen können. Im Test in Stuttgart konnten ein Apple iPad und Smartphone verwendet werden, um dem Shadow Robotic System Befehle zu erteilen.

Die Senioren selbst konnten den Roboter ebenfalls steuern und es stand ein Techniker bereit, der dem Roboter helfen konnte, unerwartete Situationen zu bewältigen. „Es geht hier darum, dass Familienmitglieder und der Roboter zusammenarbeiten, um älteren Menschen ein unabhängiges Leben zu ermöglichen“, erklärt Renxi Qiu, Robotikexperte an der Universität von Bedfordshire und Shadow Robotic System-Wissenschaftler.

Die meisten Senioren, die mit diesem Robotersystem zu Hause Erfahrungen sammeln konnten, fanden es „ziemlich cool, ein nettes Gadget““, erzählt Qiu. „Es macht ihnen Spaß, mit dem Roboter zu interagieren, und sie würden ein solches System gerne bei sich zu Hause haben.“ Qius Eltern leben in China und es ist sein Ziel, eines Tages in der Lage zu sein, ihnen aus der Ferne mithilfe eines Serviceroboters zur Seite zu stehen.

Qiu und Projektpartner aus ganz Europa arbeiteten auch an der Software des Roboters, um ihm die Fähigkeit zu geben, aus seiner Erfahrung zu lernen. Das ermöglicht es ihm, unvorhergesehene Aufgaben durchzuführen, und unterscheidet ihn stark von seinen repetitiven Roboterkollegen, die an Fertigungslinien in Fabriken arbeiten.

Der Roboter soll hier jedoch nicht in einen Diener verwandelt werden. Auch wenn dies möglich wäre, wird dieser Roboter keinen Tee oder Kaffee für Senioren kochen. Dies würde die Kosten erhöhen und die meisten Senioren machen diese Dinge gerne selbst als Teil ihrer täglichen Aktivitäten. 

„Wir wollen die älteren Menschen nicht ersetzen und der Roboter soll nicht alles für sie erledigen. Wir wollen sie nur an bestimmte Dinge erinnern, sie in bestimmten Situationen ermutigen und Gegenstände holen, wenn dies wirklich erforderlich ist“, erklärt Qiu. Der Roboter selbst ist nicht mit einer Person zu verwechseln, sondern ganz klar eine Maschine, ein Hightech-Gadget, das das Leben alleine erleichtert. 

Derzeit sind die Kosten für diesen Roboter noch zu hoch, um ihn jeder Person, die Roboterunterstützung wünscht, zur Verfügung zu stellen. Qiu und andere Experten arbeiten daran, die derzeitigen Kosten von rund einer Viertelmillion Euro auf ein paar Tausend Euro zu senken. Das würde stark zu einem breiten Einsatz der Roboter beitragen. „Ein Familienmitglied könnte Shadow durch das Haus fahren, wenn er von einer älteren Person keine Antwort erhält“, sagt Qiu und fügt hinzu, dass Schutz und Sicherheit entscheidende Aufgaben des Roboters seien. 

SRS steht für „Multi-role Shadow Robotic System for Independent Living“, also für ein Robotiksystem mit mehreren Rollen für ein unabhängiges Leben. Die Wunschvorstellung ist, dass der Roboter zur Sicherheit von Senioren beitragen kann, und die Menschen mit seiner Hilfe in sozialem Kontakt mit Familienmitgliedern bleiben und sich mit ihm an ihrer Seite auch stärker außerhalb ihrer eigenen vier Wände bewegen können. Es ist bekannt, dass ein stärkeres soziales Engagement gesund für die Hirnfunktion ist. Damit kann SRS Geist und Körper unterstützen.

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