
Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie mit zunehmendem Alter etwas länger brauchen, das Wechselgeld im Kopf auszurechnen. Oder sich nicht daran erinnern können, wo Sie die Schlüssel oder die Fernbedienung zuletzt hingelegt haben. Das ist ganz normal!
Wenn Herz und Lungen, das Verdauungssystem, Haut und Haare die ersten Zeichen des Alters zeigen, ist das keine Überraschung. Schließlich werden auch Organe älter. Und genauso verhält es sich mit dem Gehirn.
Genau genommen gibt es verschiedene Definitionen für Alter: das chronologische Alter, das durch das Geburtsdatum festgelegt ist, das biologische Alter, das durch den Alterungsvorgang von Zellen und Organen bestimmt wird, und das soziale Alter, d. h., ob Sie sich noch in der Ausbildung befinden, im Berufsleben stehen oder in Rente sind. Dann gibt es das psychologische Alter (Sie sind so alt, wie Sie sich fühlen) und das kognitive Alter, das durch die höheren Hirnfunktionen bestimmt wird.
Hier wollen wir uns mit dem kognitiven Alter beschäftigen. Wie schon mehrfach erwähnt, verändert sich das Gehirn laufend. Im Rahmen des Alterungsprozesses wirken sich diese Veränderungen auf Volumen und Strukturen des Gehirns aus, aber auch auf die Verbindungen zwischen den Neuronen, die Informationen im Gehirn übermitteln.
Diese strukturellen Veränderungen des Gehirns lassen sich allerdings nicht direkt und eindeutig Veränderungen der kognitiven Funktionen zuordnen. Der Mensch wird nicht einfach älter, langsamer und vergesslicher, einige Aspekte der Kognition sind im mittleren Alter am besten, außerdem verläuft der Alterungsprozess mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Denken Sie einmal nach: Fast jeder von uns hat einen älteren Verwandten, Nachbarn oder Freund, der seinen Haushalt noch selber erledigt, Strategiespiele gewinnen oder lebhaft über das Zeitgeschehen mitdiskutieren kann.
Generell sind Gedächtnis und Aufmerksamkeit jedoch die kognitiven Fähigkeiten, die am ehesten vom Alterungsprozess betroffen sind. So ist es nur natürlich, dass der Mensch im Alter zerstreuter wird oder Dinge, die er kürzlich erlebt hat, vergisst, beispielsweise den Namen der Stadt, die er letztes Wochenende besucht hat, oder den Namen eines Promis, der im Fernsehen aufgetreten ist, oder den Ort, wo er zuletzt die Fernbedienung hingelegt hat.
Die gute Nachricht ist jedoch, dass ein derartiger Vorfall nicht zwingend vorprogrammiert ist. Viele Menschen bewahren ihre kognitiven Fähigkeiten auch im Alter. Ein ausgeprägter Verfall dieser Fähigkeiten, der sich im Alltag störend auswirkt, ist häufig auf Stress aufgrund einer chronischen Erkrankung oder Infektion zurückzuführen und nicht auf den Alterungsprozess.
Auf der Website HELLO BRAIN wollen wir Sie mit Verhaltensweisen, Möglichkeiten und Aktivitäten vertraut machen, mit denen Sie Ihre kognitiven Fähigkeiten trotz des Alterungsprozesses schützen können. Und das kann man nicht früh genug beginnen.