Nicht das Gehirn bestimmt eigenmächtig, was wir tun, vielmehr formen wir das Gehirn durch unsere Handlungen und sogar durch unsere Denkweise und unsere Lebenseinstellung.
Genauso, wie Sie durch körperliches Training Ihre Muskeln stählen, können Sie durch entsprechendes Training Ihr Gehirn stählen, d. h. mehr Neuronen erzeugen.
Wissenschaftler hielten das Gehirn lange Zeit für ein Organ, das sich im Laufe des Erwachsenenlebens nicht verändert, nachdem es in der Kindheit zu einer Art Denkmaschine herangereift war. Heute wissen wir, dass sich das Gehirn das ganze Leben lang verändert und sogar neue Gehirnzellen (Neuronen) und Netzwerke bildet. Je mehr das Gehirn durch neue Erfahrungen stimuliert bzw. trainiert wird, desto mehr Zellen und Verbindungen werden gebildet. Und wir sprechen hier nicht von Kleinigkeiten: Bestimmte Hirnbereiche können sich beim Erlernen einer neuen Fertigkeit vergrößern. Diese Vorstellung des veränderlichen also „plastischen“ Gehirns wird auch als Neuroplastizität bezeichnet und hat die Art und Weise, wie die Wissenschaft das Gehirn betrachtet, von Grund auf verändert.
Jeder ist also sozusagen seines eigenen Glückes Schmied, wenn es darum geht, das Gehirn fitter und gesünder zu halten. Wissenschaftler haben sogar die ersten Anzeichen dafür entdeckt, dass sich ältere Menschen vor einem geistigen Verfall im Alter und möglicherweise sogar vor Krankheiten wie Alzheimer schützen können, indem sie sich geistig fordern, wie zum Beispiel viel Lesen, Rätsel lösen, eine neue Sprache oder ein Musikinstrument lernen. Es ist also durchaus denkbar, dass Sie Ihr Gehirn fitter und flexibler halten und es so besser in der Lage ist, die Höhen und Tiefen eines Lebens auszugleichen, wenn Sie es dazu anhalten, immer in Bewegung zu bleiben.